Statement

Erfolge der Kariesprävention bestätigt

Die Sechste Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS·6) belegt einen starken Kariesrückgang – die DGKiZ sieht darin einen Beleg für die Effektivität der Prophylaxe ab dem ersten Milchzahn.

Statement der Deutschen Gesellschaft für Kinderzahnmedizin

Aus der soeben publizierten Sechsten Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS∙6) [1] können wertvolle Kenntnisse über Präventionserfolge und Trends der oralen Krankheitslast bei Kindern entnommen werden.

In der langfristigen Betrachtung über drei Jahrzehnte ist ein starker Kariesrückgang im Wechselgebiss eingetreten.

Dieser bei den 8-/9-jährigen Kindern nachgewiesene Erfolg betrifft in hohem Umfang die Milchzähne. Die DGKiZ sieht hierin einen Beleg für die Effektivität der vielen Maßnahmen zur Kariesprophylaxe ab dem ersten Milchzahn.

Bei den 12-jährigen Kindern ist die Karieslast im Vergleich zur vorhergehenden Erhebung von 2014 auf bereits niedrigem Level in etwa stabil geblieben (Kariesprävalenz 22,4 %, durchschnittliche Karieserfahrung 0,5 Zähne). Die DGKiZ wertet dieses Resultat vor dem Hintergrund der zwischenzeitlich coronabedingt vorhandenen längeren Phase ohne Gruppen- und Individualprophylaxe als positiv.

Dessen ungeachtet bestehen weiterhin starke Ungleichheiten der Karieslast in Relation zum Bildungsstatus der Kinder. Obgleich alle Bildungsschichten von der Maßnahmen der Kariesprävention profitiert haben, ist die Karieserfahrung bei Kindern bei niedrigem familiärem Bildungsstatus viermal höher als bei hohem familiärem Bildungsstatus.

Die DGKiZ erkennt die Notwendigkeit, zukünftige Präventionsstrategien konkret an den Alltagsbedingungen der bislang nicht erreichten Gruppen auszurichten.

Die Prävalenz der MIH beträgt unter den 12-Jährigen 15,3 %. Die DGKiZ stellt angesichts des im Vergleich zur vorhergehenden Untersuchung gleich gebliebenen Anteils schwererer MIH-Ausprägungen (Schmelzverluste, atypische Restaurationen, MIH-bedingte Extraktionen) von 5,6 % unverändert hohe Forschungs- und Versorgungsbedarfe fest.

Die Karieswerte sind in der Kohorte der 35- bis 44-jährigen Erwachsenen erstmals in erheblichem Ausmaß rückläufig. Die Karieserfahrung in dieser Altersgruppe hat sich im Verlauf von gut drei Jahrzehnten mehr als halbiert. Dieser drastische Rückgang der Karieslast bei den Erwachsenen belegt nach Auffassung der DGKiZ, dass die in Kindheit und Jugendalter umgesetzten Präventionsmaßnahmen langfristig wirken und daher äußerst nachhaltig sind.

[1] Institut der Deutschen Zahnärzte (2025) Sixth German Oral Health Study. Quintessence Int 56 (Suppl). www.quintessence-publishing.com (Zugriff 25.3.2025)

Autoren: Katrin Bekes und Ulrich Schiffner, publiziert vom DGKiZ-Vorstand

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